Die drei Parameter hinterlassen bei manch Fotografie-Einsteiger eventuell das ein oder andere ein Fragezeichen. Heute der Versuch mal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Dunkel ist auch schon das richtige Stichwort. Alle drei Parameter haben nämlich eine unmittelbare Auswirkung auf die Helligkeit und die Gestaltung des Bildes. Schauen wir uns die drei Stellschrauben mal etwas genauer an.


Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist die Zeitdauer, für die Licht auf den Sensor der Kamera fällt.
Bei meiner Nikon wird die Belichtungszeit z.B. mit den Zahlen 1/125, 1/60, 1/30, 1/15, 1/8, 1/4, 1/2, 1“, 2“, 4“, 8“, 15“, 30“ angegeben. Im Klartext: 1/125 bedeutet, der Verschluss der Kamera wird für die Zeitdauer von 1/125 Sekunde geöffnet. Bei 1/2 wird er für eine halbe Sekunde lang geöffnet. 1“ bedeutet für eine Sekunde. Das Zeichen “ steht für Sekunden. Erhöht man die Belichtungszeit zum Beispiel von einer auf zwei Sekunden, dann verdoppelt sich die Lichtmenge die auf den Sensor fällt. Das Bild wird also doppelt so hell. So ergibt sich beim umschalten der Belichtungszeit zwischen jedem Wert eine Verdopplung oder Halbierung der Lichtmenge. Je nach dem ob ihr die Belichtungszeit verlängert oder verkürzt. Ganz allgemein kann man sagen: doppelte Belichtungszeit = doppelte Lichtmenge

Ab einer gewissen Belichtungszeit ist es aber nicht mehr möglich ohne zu verwackeln aus der Hand zu fotografieren. Es ist zwar auch abhängig von der verwendeten Brennweite, aber man kann sagen, alles was länger ist als etwa 1/30 Sekunde wird unscharfe oder besser verwackelte Bilder produzieren. Dann empfiehlt sich die Verwendung eines Stativs.

Falls man die Bewegungen schneller Objekte „einfrieren“ möchte, ist eine kurze Belichtungszeit zu wählen. Etwa 1/200 Sekunde.

Vergleich_Belichtungszeit


ISO

Früher bestimmte der ISO-Wert die Lichtempfindlichkeit des Films in der Kamera. Das ist heute genauso, nur ohne Film. Je größer der ISO-Wert, desto Lichtempfindlicher ist der Sensor der Kamera. Jede Verdopplung des ISO Werts verdoppelt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Ein Umschalten von ISO 100 auf ISO 200 hat also zur Folge, das das Bild doppelt so hell wird. Bei einer Erhöhung des ISO Werts, wird in der Kamera das einfallende Licht elektronisch verstärkt. Das führt bei hohen ISO Werten zu einem verstärkten Bildrauschen. Deshalb ist es ratsam den ISO Wert immer so klein wie möglich zu halten. Gerade beim Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen, kann aber eine Erhöhung des ISO-Wertes durchaus sinnvoll oder auch unvermeidbar sein.

Vergleich_ISO_neu


Blende

Die Blende ist zunächst einmal nicht anderes als ein Loch im Objektiv, durch das das Licht auf den Sensor der Kamera fällt. Die Größe des Lochs lässt sich durch die Einstellung der Blendenzahl vergrößern oder verkleinern. Bei einem großen Loch fällt viel Licht auf den Sensor, bei einem kleinen Loch fällt wenig Licht auf den Sensor. Somit reguliert auch die Blende die Menge des Licht die auf den Sensor fällt. Soweit so gut.

Jetzt ist es bei der Blende leider so, dass ein großer Blenden Wert, etwa Blende 8 (f/8), nicht gleichbedeutend mit einer großen Blendenöffnung ist. Im Gegenteil!

Je größer die Blendenzahl, desto kleiner die Blendenöffnung.
Also wenig Licht auf dem Sensor.

Je kleiner die Blendenzahl, desto größer die Blendenöffnung.
Also viel Licht auf dem Sensor.

So hat etwa die Blende f/1.8 eine große, und
Blende f/8 eine kleine Blendenöffnung zur Folge.

Das Verstellen um eine ganze Blendenstuf hat eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Lichtmenge zur Folge. Stufen: 1.0 / 1.4 / 2.0 / 2.8 / 4.0 / 5.6 / 8.0 / 11 / 16 / 22 / 32

Die Blende hat auch einen gestalterischen Einfluss auf ein Bild. Je größer die mögliche Blendenöffnung eines Objektivs (z.B. f/1.8), desto geringer die mögliche Schärfentiefe (oder auch Tiefenschärfe genannt) des Bildes. Eine geringe Schärfentiefe ermöglicht das beliebte Freistellen des Fotoobjekts von Bildvorder- und Bildhintergrund.

Vergleich_Blende


Fazit

Jetzt gilt es aus den drei Stellschrauben Belichtungszeit, ISO und Blende ein stimmiges Gesamtbild zu basteln. Abschließend kann man sich erst mal merken:

Die ISO-Zahl immer möglichst klein halten.
Niedrige ISO-Zahl – wenig Bildrauschen – niedrige Lichtempfindlichkeit
Anwendungsbeispiel: ISO 100 draußen bei hellem Tageslicht
Hohe ISO-Zahl – mehr Bildrauschen – höhere Lichtempfindlichkeit
Anwendungsbeispiel: ISO 800 drinnen bei wenig Licht

Die Blende je nach gestalterischen Geschmack einstellen.
Große Blendenöffnung – viel Licht – geringe Schärfentiefe
Anwendungsbeispiel: f/1.8 bei Portraits oder Detailaufnahmen
Kleine Blendenöffnung – weniger Licht – hohe Schärfentiefe
Anwendungsbeispiel: f/8 bei Landschaftsaufnahmen

Die Belichtungszeit zur Steuerung der Gesamthelligkeit des Bildes einsetzen.
Oder über die Belichtungszeit die Zeitdauer der Sichtbarkeit von bewegten Objekten beeinflussen.
Kurze Belichtungszeit – wenig Licht – dunkles Bild – Bewegungen scharf
Anwendungsbeispiel: 1/200 Sekunde bei Bewegungen schneller Objekte die „eingefroren“ werden sollen.
Lange Belichtungszeit – viel Licht – helles Bild – Bewegungen unscharf (verwackelt)
Anwendungsbeispiel: 30 Sekunden für Langzeitbelichtungen von Feuerwerken.

10_Minuten_Silvester

Das war jetzt viel Holz und ich hoffen ich konnte mich verständlich ausdrücken.

Und jetzt geht es ans Ausprobieren. Verstellt einfach mal nach und nach die Werte, um die unterschiedlichen Auswirkungen auf das Bildergebnis zu erkennen.